Es ist Deutschrockzeit!
„Katastrophen Kommando“, so nennen sich vier Deutschrocker aus Oberösterreich. Bereits seit 17 Jahren, verbreitet die Bande ihre Parolen unter den Deutschrockern und hat schon einige Live-Auftritte hinter sich gebracht.
Österreich ist bezüglich der Deutschrock-Szene im Gegensatz zu Deutschland und Südtirol ja noch etwas hinten nach. KK sind hierbei allerdings eine klare Unterstützung und beweisen mit ihrem Album „Res!stenz“, dass sie ohne Weiteres mit bekannteren Deutschrockgruppen mithalten können.
Textlich geht’s hier natürlich wie so oft mit obligatorischen Inhalten zur Sache. Die Gesellschaft, Extremisten und Politiker bekommen alle ihren nötigen Arschtritt erteilt, während natürlich auch positive Inhalte in Form von Deutschrock- und Feierhymnen an den Tag gelegt werden. „Res!stenz“ ist übrigens bereits Anno 2011 erschienen, allerdings handelt es sich momentan nach wie vor um das aktuellste Album von KK. Wir wurden von der Truppe gebeten auch unseren Senf dazu abzugeben, um euch allen einen Einblick in das Album gewähren zu können…
Zunächst etwas zur kreativen Aufmachung! Sowohl Cover, als auch CD selbst sind in einer Art „Bürostil“ gestaltet. Das Cover zeigt einen Schreibmaschinentext, auf dem die Absichten der Band festgehalten sind, versehen mit einem Notizzettel mit dem Bandlogo. Auf der Rückseite der Hülle ist eine Kaffeetasse mit dem Logo zu sehen. Das Beiheft wird als „Akte 05“ bezeichnet und gleicht optisch einem dieser langweiligen Aktenordner. Die CD selbst ist mit dem Bild eines verdreckten Tisches aus Vogelperspektive bedruckt, auf dem sich neben der bekannten Kaffeetasse auch ein gefüllter Aschenbecher befindet. Wenngleich etwas verwunderlich, sicherlich ein gelungener Einfall!
Stilistisch erinnern KK an eine Mischung aus den Toten Hosen und den Onkelz, wobei der gesangliche Part eher den Hosen zuzuordnen ist, während das Instrumental (vielleicht abgesehen von den Drums) onkelzlastiger scheint.
Um einzelne Songs näher zu analysieren:
Deutschrockzeit ist ein verpflichtendes Loblied an den Deutschrock. Der Song wird von den rhythmischen Drums eingeleitet, geht langsam in die Rythmusgitarre über, ehe die Melodie und die fetzige Stimme den Einklang vollenden. Das Lied ist, nicht zuletzt auch aufgrund des Textes, ein typisches Lied zum feiern und mitgrölen! Ich kann hierbei nur empfehlen die Lautsprecher Vollgas aufzudreh´n um ordentlich abrocken zu können!
„Deutschrockzeit“ ist sicherlich einer der favorisierten Songs auf der CD und provoziert Ohrwürmer!
Mit „Kommandofiziert“ beschreibt sich die Band selbst. Seit 17 Jahren gibt es sie schon. Sie sind „Rebellion in Form von Liedern!“. Gegen Mitte des Songs, hält der energiegeladene Gesang kurz für ein Solo inne. Vor allem textliche Parts wie „Schwingt eure Gläser auf euch und auf uns vier!“, bestärken die Annahme, dass es sich hierbei wieder um eine Feierhymne handelt.
„Kein Platz“ ist ein klassisches Beispiel für gesellschaftskritisches Liedgut aus den Reihen des Deutschrock. Auf sarkastische Art und Weise, wird das festhalten an sinnlosen, krampfhaften Formalitäten und billigen Klischees kritisiert. „Wir lassen uns nichts sagen, denn die Wahrheit tut weh“, entspricht eindeutig dem Denken des typischen Durchschnittsbürgers, der sich nicht von seinem vorgefertigten Weltbild abbringen lassen möchte.
Mit einer Kriegssirene und einem melodischen instrumental beginnt der Song „Bombenalarm“. Textlich geht es um ein symbolisches „Bombenfeld“ im Inneren des Protagonisten. „Willst du wissen was ich denke? Willst du wissen wer ich wirklich bin? Willst du den Ort der Verwüstung sehen, tief in mir drin? […] ich bin sicher, das willst du nicht!“. Der Text ist durchaus ernst und vielleicht nicht jedermanns Sache, während der musikalische Teil aufgrund des späteren Solo-Einsatzes sehr hörenswert ist.
„Die Herde“ entspricht musikalisch den anderen Songs. Erwähnenswert ist er allerdings aufgrund der Darstellung des Menschen als (wer hätte es gedacht) Herdentier, der „Medienterror und Gruppenzwang“ ohne weiteres hinnimmt, um unbeschwert leben zu können. Auch dieses Lied wird in äußerst sarkastischer Weise vorgetragen.
Der Titel „Keine Macht den Sorgen“ ist offensichtlich eine Abänderung des altbekannten Spruchs „Keine Macht den Drogen“. Textlich geht es vermutlich um jemanden, der weder zurück blickt, noch nach vorne, sondern „an einen helleren Ort“ flieht. Dies kann man entweder als Suizid aus Verzweiflung deuten, oder aufgrund der Anspielung auf den Anti-Drogenspruch als verzweifelte Flucht vor der grausamen Gegenwart mittels Drogen in eine fiktive, heile Welt.
Fazit:
Vermutlich werden die Wenigsten von euch KK zuvor gekannt haben, aber sicherlich haben einige Leser Lust bekommen, sich mal in das Album reinzuhören.
Teilweise wirken die Songs zwar sehr ähnlich, da sie vom Aufbau her alle verwandt sind, ein klarer Bonus ist aber, dass die Soli, auch wenn sie eher seltener sind, gekonnt rüberkommen und die Songs stets von musikalischer Leidenschaft strotzen.
Die vier sind jedenfalls der Beweis dafür, dass auch das schöne Österreich die ein oder andere hörenswerte Deutschrock-Gruppe beherbergt!
-Verfasser: Jalle von ROCK IDENTITÄT






